Bootswerft Lago Maggiore
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YACHTSERVICE LAGO MAGGIORE
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Marinetechnik: die Bootsheizung

HEIZEN AN BORD

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Boot in der kalten Jahreszeit zu heizen und entsprechend zu nutzen.

Die verschiedenen Lösungen unterscheiden sich hinsichtlich Bedienung, Platzbedarf und Gewicht der Anlage, verwendetem Brennstoff, Gefahrenpotential, Komplexität des Einbaus, Wirkungsgrad und Wirkungsweise.

Grundsätzlich sind natürlich für die Wahl der richtigen Bootsheizung zunächst die Bootsgrösse, bzw. das aufzuheizende Volumen, sowie die klimatischen Faktoren bestimmend. Soll etwa die Bootsheizung lediglich im Herbst und Frühling etwas Wärme liefern, oder soll das Schiff durch den Winter hindurch regelmässig genutzt und entsprechend beheizt werden?

 

Die hauptsächlich verwendeten Brennstoffe für den Heizungsbetrieb an Bord sind folgende:

- Petroleum ist vergleichsweise teuer und hinterlässt während der Verbrennung oft einen unangenehmen Geruch.

- Gas ist ebenfalls relativ teuer. Darüber hinaus muss bei einem regelmässigen Betrieb einer Heizung eine ausreichende Menge Gas an Bord gespeichert sein, was entsprechend grosse und schwere Gasflaschen voraussetzt.

- Benzin ist auf Grund seines extrem niedrigen Flammpunktes an Bord eine potentielle Gefahrenquelle. Es sollte als Brennstoff zum Heizen nur dann verwendet werden, wenn an Bord ein Benzinmotor betrieben wird. Dann dient die vorhandene Kraftstoffanlage auch für den Heizungsbetrieb.

- Diesel ist ein relativ ungefährlicher Brennstoff und wird daher an Bord gerne eingesetzt. Wird der Schiffsmotor mit Diesel betrieben, ist der Einsatz dieses Brennstoffes für die Bootsheizung praktischerweise anzuraten.

 

Darüber hinaus kann natürlich auch mit elektrischem Strom Wärme im Bootsinneren erzeugt werden. Die Voraussetzung für den Betrieb von elektrischen Heizlüftern an Bord, ist ein ausreichend leistungsstarker Landanschluss. Nicht immer liegen aber am Steg 16 Ampere an; ist der Strom z.B. auf 5 Ampere begrenzt, erreicht man eine maximale Heizleistung von 1 kW, welche an kalten Tagen kaum ausreicht.

Für einen sicheren Bordbetrieb sollten in jedem Fall nur Geräte mit Überhitzungsschutz und Bodensicherungsschalter eingesetzt werden. Zu empfehlen sind Geräte mit Keramik-Heizplatten; diese erreichen ausschliesslich Temperaturen, die nicht die Gefahr bergen eventuell in der Nähe befindliches brennbares Material zu entzünden.

 

Für den Bordbetrieb spezifisch angebotene nautische Bootsheizungen unterscheiden sich nach ihrer Wirkungsweise und hauptsächlich stehen folgende Typen zur Wahl:

 

- Die Vorteile von fest installierte Diesel- oder Petroleum-Öfen sind eine angenehme Strahlungswärme und ein Betrieb ohne Stromverbrauch.

Dafür sind einige Nachteile nicht zu vermeiden: eine optimale Wärmeverteilung an Bord ist direkt nicht möglich, der zur Verbrennung benötigte Sauerstoff wird dem Schiffsinneren entnommen, die Installation eines relativ grossen Kaminrohres im Bootsinneren und durch das Deck nach aussen ist zwingend, ausserdem schaltet die Anlage schon bei geringer Krängung ab.

 

- Warmluft-Gebläseheizungen erhitzen mittels Verbrennung von Diesel, Gas oder Benzin Luft, die dann in Schläuchen in die zu beheizenden Räume geleitet wird.

Es gibt diese Anlagen als reines Frischluftsystem: die aufgeheizte Luft wird von Aussen angesaugt, die Luft im Inneren ist ständig erneuert und garantiert ein komfortables Raumklima. Reine Umluftsysteme saugen die aufzuheizende Luft im Schiffsinneren an, was bei kalten Aussentemperaturen den Wirkungsgrad erhöht aber zu einem höheren Luftfeuchtegehalt führen kann.

Die Aufheizphase ist bei Warmluft-Bootsheizungen relativ schnell und die Wärmeverteilung an Bord kann optimal erfolgen. Die Bedienung ist einfach.

Probleme kann eventuell die Verlegung der Warmluft-Leitungen bereiten, die relativ grosse Querschnitte erfordern. Müssen in grösseren Schiffen längere Strecken verlegt werden, geht auch über isolierte Luftschläuche Wärme verloren; die Effizienz der Anlage sinkt.

 

- Warmwassersysteme funktionieren als dieselbetriebene Gebläseheizung oder mit einem Heizkessel, der Diesel oder Öl verbrennt. Beide Anlagen-Typen heizen Wasser auf, welches dann in den zu wärmenden Räumen entweder über Heizkörper oder Gebläse-Wärmetauscher seine Energie wieder abgibt.

Vorteile sind bei beiden Varianten eine optimale Wärmeverteilung an Bord bei gleichzeitig einfacher Bedienung. Auf grösseren Schiffen ist der Wärmetransport mittels Warmwasser effizienter als bei Warmluftsystemen.

Von Nachteil ist die aufwendige Installation, ein konstanter Stromverbrauch, das Aufheizen des Bootsinneren erfolgt langsamer als bei Warmluftsystemen, die Heizkörper sind relativ gross und das Gewicht der Anlage ist, bei vergleichbarer Leistung etwa doppelt so hoch wie bei einer Warmluftheizung.

 

Für am Lago Maggiore eingesetzte Schiffe kleiner bis mittlerer Grösse hat sich, bei den hier durchschnittlich an eine Bootsheizung gestellten Ansprüche, die dieselbetriebene Warmluft-Gebläseheizung als die optimalste Lösung herausgestellt.

Zwischen den abzuwägenden Eigenschaften - einfache Bedienung, gute Wärmeverteilung bei schnellem Aufheizen, relativ geringes Gewicht und geringe Sperrigkeit, Anschaffungskosten und Installationsaufwand, Strom- und Brennstoffverbrauch - bietet diese Anlage den besten Kompromiss.

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